15. November 2023 Melkroboter: So wird der Kuhverkehr optimiert

Ein effizienter Stall, in dem alles einwandfrei läuft. Das ist der Wunsch vieler Milchviehhalter. Arbeitest du mit einem Melkroboter oder planst du, einen zu installieren? Das ist schon ein großer Schritt in Richtung Arbeitserleichterung. Aber wo im Stall ist der beste Platz für diesen Roboter? Wie berücksichtigt man den Kuhverkehr im Stall am besten? Leider gibt es dafür keinen vorgefertigten Plan. Schließlich ist jeder Stall anders. Zum Glück wissen die Fullwood-Händler Willem van der Weerd (R. van der Weerd Melkmachines BV) und Doede Hofman (Bosch HIT BV), was zu tun ist.

Bestimmung des besten Standorts und der besten Aufstellung

Planst du den Einsatz von Melkrobotern in deinem vorhandenen oder neu gebautem Stall? Dann ist es ratsam, sorgfältig über die Aufstellung nachzudenken. „Dabei ist es sehr wichtig, den Kuhverkehr zu berücksichtigen“, sagt Doede Hofman. „Welche Laufwege sind für die Tiere logisch? Was sind potenzielle Knotenpunkte oder Stellen, an denen es zu Staus kommen könnte? Durch Berücksichtigung dieser Variablen können wir sowohl den besten Platz für die Roboter als die beste Aufstellung bestimmen.“

„Die letztendliche Entscheidung muss gut begründet sein“, fügt Willem van der Weerd hinzu. „Deshalb arbeiten wir oft mehrere Varianten von Aufstellungen aus, die für den jeweiligen Stall in Frage kommen. Wir besprechen die Vor- und Nachteile und sehen uns immer live Ställe mit Robotern an, sodass man sich als Landwirt ein gutes Bild von den Möglichkeiten machen kann.“

Aufstellungen und Zugangsmöglichkeiten

Es stehen verschiedene Aufstellungen zur Wahl. Es gibt zum Beispiel die Parallelaufstellung (Kassenaufstellung), die Tandemaufstellung und die Kopf-an-Kopf-Aufstellung. Auch gibt es verschiedene Zugangsmöglichkeiten zum Melkroboter.

Entscheidest du dich für den M²erlin Melkroboter von Fullwood? Dann ist sowohl ein gerader Ein- oder Ausgang als auch ein Ein- oder Ausgang von der Seite aus möglich, gegebenenfalls sogar kombiniert. „Das ist ein großer Vorteil“, so Doede. „Dadurch stehen uns mehr Werkzeuge zur Verfügung, um die Roboter gut in die bestehenden Ställe einzubauen. Willem ergänzt: „Der Vorteil ist, dass so immer ein ausreichend großer Zugang realisiert werden kann. Denn es ist wichtig, dass die Kühe genügend Bewegungsfreiheit haben, um den Roboter zu betreten. Bei anderen Marken gibt es entweder nur einen geraden Zugang oder nur einen von der Seite.“

Parallelaufstellung: die Vorteile

Es gibt nicht die eine richtige Aufstellung im Stall, denn jede Aufstellung hat ihre Vor- und Nachteile. Für seine Kunden sieht Doede eindeutig die Vorteile der Parallelaufstellung. „Stellt euch eine Kasse im örtlichen Supermarkt vor“, erklärt er. „Es sind mehrere Roboter nebeneinander aufgestellt, in die die Kühe geradeaus hinein- und hinauslaufen. Der Vorteil? Es gibt nur wenige Staus.“

„Als Landwirt will man einen Stau im Kuhverkehr vermeiden“, so Doede weiter. „Denn unter den Kühen gibt es immer ein paar Chefinnen, die in der Rangordnung weit oben stehen und das Sagen haben. Wenn sie einen prominenten Platz im Wartebereich einnehmen, ist es unwahrscheinlicher, dass rangniedrigere Kühe ebenfalls dort stehen. Es entsteht dann eine Art Schulhofsituation.“

„Es besteht die Möglichkeit, dass diese Kühe nicht oder zu spät gemolken werden, obwohl sie zu dem Zeitpunkt bereit dafür sind. Wir haben festgestellt, dass diese Art von Staus eher bei anderen Aufstellungen vorkommt.“

Tandemaufstellung

Willem benutzt die Parallelaufstellung weniger oft für seine Kunden, hatte aber bisher kaum Probleme mit Rangordnungskämpfen. Seiner Meinung nach funktioniert die Tandemaufstellung hervorragend. „Diese Aufstellung ist für viele Ställe gut geeignet, weil man an vielen Stellen mehr Platz und Bewegungsfreiheit hat“, sagt er. „Zum Beispiel beim Betreten und Verlassen des Roboters. Die Kühe folgen einem relativ natürlichen Laufweg ohne rechtwinklige Kurven. Außerdem kann man mit mehreren Wartebereichen arbeiten und die Kühe können vom Roboter aus die Herde sehen.“

„Wir entscheiden uns oft für eine Tandemaufstellung mit Kopf-an-Kopf-Version“, fährt Willem fort. „Dabei werden die Kühe mit den Köpfen zueinander gemolken. Der Vorteil ist, dass einem dann sowohl ein linker als auch einen rechter Roboter zur Verfügung steht. Das heißt, die Kuh wird je nach Roboter von der linken Seite oder von der rechten Seite gemolken. Kühe haben oft eine Vorliebe für eine Seite. Das Tolle daran ist, dass sie bei dieser Aufstellung selber wählen können.“

Der M²erlin als Weidetor

Der M²erlin Melkroboter kann die Kühe nach dem Melken separieren. Zum Beispiel in Richtung Weide, wobei der Roboter als Weidetor dient. „Machst du Weidegang? Dann muss man sich mit vielen Variablen auseinandersetzen“, sagt Doede. „Es geht vor allem darum, die Kühe zu motivieren. Man muss ein Gleichgewicht in der Beweidung der einzelnen Parzellen finden, damit die Kühe zufrieden sind und das Gras gut wächst.

Der M²erlin kann auch kranke oder brünstige Kühe in Richtung einer Strohbox oder einer Klauenpflegebox separieren. Willem: „Wenn man einen solchen Separationsbereich hinter dem Roboter anordnet, hat man den Vorteil, dass die Kühe dort in der Nähe bleiben können. So können sie zum Roboter und dann zurück in den Separationsbereich gelangen. Sobald sie bereit sind, können sie sich wieder in die Herde eingliedern.“

Melken ist Emotion

Gibt es nur 1 richtige Roboteraufstellung? Die Antwort ist nein. Es sind mehrere Ansatzpunkte und Varianten möglich, und es ist besonders wichtig, dass sie zu dem passen, was dir als Milchviehhalter wichtig ist.

Welchen Platz bietet dein Stall, wie verläuft der Kuhverkehr und welche Aufstellung passt am besten dazu? Und was findest du selbst am wichtigsten? Möchtest du zum Beispiel, dass deine Kühe unnötige Kilometer oder winkelige Kurven vermeiden, die sie körperlich belasten können? Oder möchtest du, dass sich deine Kühe überall frei bewegen können, ohne dass sich Stress aufbaut? Oder geht es dir vor allem um den räumlichen Aspekt (breite Gänge und zügiger Verkehr)?

Dein Fullwood-Händler kann dich einwandfrei über die Möglichkeiten und Lösungen beraten, die deinen Bedürfnissen am besten entsprechen. Denn all unsere Händler haben mittlerweile einen großen Erfahrungsschatz angesammelt. „Melken ist Emotion“, schließt Willem. „Deine Kühe bestimmen, was du als Landwirt wert bist. Ihre Konstitution, Gesundheit, Milchleistung und -qualität bestimmen dein Einkommen. Stimmt irgendetwas nicht? Dann kann das schwerwiegende Folgen haben. Wir helfen dir, die besten Entscheidungen für deine Situation zu treffen.“

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